Selbsthilfegruppe
”Kind und Neurodermitis”
Bericht der Gruppenleiter
Bisamberg, Dezember 2005
Liebe
Eltern,
im
Herbst 2004 haben wir die Selbsthilfegruppe ”Kind und
Neurodermitis” ins Leben gerufen. Zeit einen kleinen
Blick zurück zu werfen, und eine Art Jahresrückblick
anzubieten.
Falls
Sie zum ersten mal von unserer Gruppe hören, hier Infos
über die Gruppenleiter. Wir heißen Anita und Wolfgang
Hadrigan, sind verheiratet und haben zwei Kinder. Unser Jüngerer,
Manuel, ist das Neurokid in der Familie. Er hat sich von seinem
dritten Lebensmonat bis zum zweiten Geburtstag vehement gegen
jede Art der Therapie (quasi mit ”Händen und Füßen”)
gewehrt, sprich nichts hat geholfen. Die obligaten schlaflosen
Nächte und Frustsituationen, wenn wieder eine Therapie
nicht die erhoffte Wirkung zeigte, seien hier nur am Rande
erwähnt. Vor einem Jahr, kurz nach einer Kur in Bad Gleichenberg,
haben wir es mit einer neuen Hautärztin versucht. Endlich
bekamen wir Hintergrundinformationen, und eine Schulung zu
den Produkten und Medikamenten, die wir nun in der täglichen
Pflege einsetzen. Die Umsetzung in der Praxis hat Manuel zwar
nicht geheilt, aber unser Alltag wurde erheblich erleichtert
und das Hautbild deutlich verbessert. Und gerade diese Schulung
war der Grund eine Selbsthilfegruppe zu gründen, da wir
unser Wissen und Erfahrung gerne weitergeben möchten.
Unsere
Gruppe besteht aus einem kleinen, aber harten Kern. Etliche
Briefe wurden von uns an Ärzte und Gemeinden versendet
und Plakate ausgehängt. Die Reaktion war – bisher
- eher mäßig. Mundpropaganda hat sich als wirkungsvollstes
Instrument erwiesen. Daher auch unser Aufruf auch an Nichtbetroffene,
von unserer Gruppe zu berichten.
Um
so erfreulicher war es, dass uns die NÖGKK und das Bundes-sozialamt
mit Büroartikel und einem Laptop samt Drucker unter-stützten.
Es macht zumindest die anfallende Büroarbeit etwas leichter.
Weiters möchten wir Herrn Gruber von der NÖGKK Korneuburg
für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, in denen
die Treffen statt finden, danken.
Als
mögliches Projekt kam uns eine ständige Beratungsstelle
für Neurodermitisangelegenheiten in den Sinn. Ein so
genannter Neurodermitistrainer könnte die Aufgabe übernehmen,
Eltern und schon etwas größere Kinder im Umgang
mit der Erkrankung zu schulen und hilfreiche Ratschläge
weiterzugeben. Doch leider haben sich die bürokratischen
und rechtlichen Hürden noch nicht überwinden lassen.
Deutschland ist hier schon weiter. Ein bekanntes Beispiel
ist das Schwelmer-Modell. Arzt, Neurodermitistrainer und Selbsthilfegruppe
arbeiten Hand in Hand um optimale Erfolge zu erzielen.
Es
müßte doch möglich sein, auch in Österreich
ein ähnliches Modell zu etablieren - am besten in Kooperation
mit einem Arzt und dem Gesundheitsministerium. Die Krankenkassen
hätten ebenso Vorteile. Die vom Arzt verschriebenen Medikamente
und Pflegeprodukte würden in der Folge effizienter –
und vor allem richtig - eingesetzt werden. Hiermit ein Aufruf
an die zuständigen Stellen, sich die Idee des Neurodermitistrainers
zu überlegen - wir stehen gerne für ein Gespräch
zur Verfügung.
Worüber
wird nun in der Gruppe gesprochen?
Gleich vorweg: Es muss sich niemand bei uns in irgend einer
Form outen oder einen Seelenstrip hinlegen. Es geht um die
Alltagsprobleme die mit der Krankheit auftauchen:
z.B.: Pflege, Diät wegen Allergien, Erleichterung im
Alltag, Umgang mit Behörden bezüglich erhöhter
Familienbeihilfe usw.
Aber auch Erfahrungen mit Ärzten, verschiedensten Therapien
und mit neuen Pflegeprodukten werden ausgetauscht. Hier möchten
wir den Firmen Spirig, Hartmann, Menzl und Hermal für
die Proben und Muster danken.
Damit
kein falsches Bild entsteht - die Gruppe wird von NIEMANDEN
(auch keiner Pharmafirma) gesponsert!
Wir
wollen lediglich eine Vielfalt anbieten. Und mit Mustern und
Proben läßt sich die Wirkung besser einschätzen,
bevor die leider doch recht teuren Produkte gekauft werden
(es wird eben nicht alles was wirkt, von einer Krankenkasse
bezahlt).
Weiters
werden Alternativlebensmittel, deren Bezugsquellen und Nahrungsmittelzusätze
besprochen. Ein Aspekt betrifft auch die Wohnsituation. Teppiche,
Bettfedern usw. sind oft das reinste Gift für Neurodermitiker.
Hiermit
möchten wir alle Eltern von betroffenen Kindern, aber
auch erwachsene Neurodermitiker zu unseren Gruppentreffen
herzlich einladen. Je mehr, um so besser.
Die
Termine werden unter www.selbsthilfenoe.at (das ist der Dach-verband
der NÖ Selbsthilfegruppen - auch hier ein Dankeschön
für
die Hilfe) bekannt gegeben.
Die
Gruppenleiter erreichen Sie unter
Anita Hadrigan 0664/175 17 32
Wolfgang Hadrigan 0664/415 41 20
und unter office@kratzdi.net
Rufen
Sie uns an, oder mailen Sie uns. Sie sind uns herzlich will-kommen.
Nutzen Sie unsere Erfahrungen, und lassen Sie uns an Ihren
teilhaben. Es kostet nichts, und Sie haben keine Verpflichtungen.
Es
würde uns freuen, von Ihnen zu hören
Anita
und Wolfgang Hadrigan
P.S.: Oft werden wir von Ärzten regelrecht über
unsere Pflege ”ausgequetscht”. Wie wäre es,
wenn auch Ärzte zu unseren Treffen kommen? Es lohnt sich!!!!!
Mit
freundlicher Unterstützung durch den Dachverband
der NÖ Selbsthilfegruppen und durch das Bundessozialamt
aus Mitteln der Beschäftigungsoffensive.
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